Römerstraßen
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Peter zum Kolk

Das ’Verkehrsumfeld’ zur Römerzeit

Diesen Text zitieren :
Peter zum Kolk, Das ’Verkehrsumfeld’ zur Römerzeit, veröffentlicht am 30/12/2011, URL : roemerstrassen.com/article10.html.

Zum besseren Verständnis des Verkehrs in der augusteischen Zeit einige Fakten:

Die Bevölkerung des Imperium Romanum wird in der Realenzyklopädie ("Kleiner Pauli") auf 50 bis 70 Millionen Menschen geschätzt.

Nach den Punischen Kriegen und der Niederringung der Karthager besaß Rom die Vorherrschaft im Mittelmeer, stolz nannte sie es „mare nostrum“ „unser Meer"! Das hatte für den Verkehr erhebliche Konsequenzen:

Durch Gesetze war das Transportgewicht auf römischen Straßen auf eine Drittel Tonne beschränkt. Das diente der Lebensdauer der Straßen. Schwere Lasten verschiffte man über die Meere und Wasserstraßen möglichst nah am Bestimmungsort.

Die Frachtkosten waren zu Land etwa 10 bis 20 mal so teuer wie zu Wasser. Eine Tonne Weizen kostete von Capua nach Rom (150 km) mehr, als die gleiche Menge per Schiff von Ägypten aus.

Die Großraumsegler 60 x 15 x 13 konnten innerhalb von einer Woche 1000 t von Alexandria nach Rom transportieren. Zum Vergleich: Bis 1820 konnten die Segelschiffe der Auswanderer von Europa nach Amerika nur 200 – 300 t transportieren.

Für die Reisenden war der Seeweg zweifellos am bequemsten. Der große Nachteil dabei war, dass Schiffsreisen auf die fünf wettersicheren Monate im Jahr beschränkt waren. „Das Herbstfasten war vorbei“ - in der Apostelgeschichte beschreibt Lukas im 27. Kapitel eine Schiffsreise mit Paulus, die als korrekt und realistisch gilt. Die 276 Personen auf dem Schiff erleben 14 Tage Sturm, einen Schiffbruch und dadurch eine dreimonatige Verzögerung der Reise.

Straßen im römischen Imperium wurden folgendermaßen genutzt:

  • für das Militär und staatliche Dienste (Staatspost, Boten, Agenten, cursus publicus;
  • als Eilpost - cursus velox (80 km / Tag bis zu 300 km / Tag);
  • für den Schwerlastverkehr mit Ochsengespannen - cursus clabularis;
  • für Privatreisen und Tourismus

Reisen konnten nur mit kaiserlicher Genehmigung unternommen werden (diploma, evectio).