Römerstraßen
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Peter zum Kolk

Die Römerstraße : Definition und Technik

Diesen Text zitieren :
Peter zum Kolk, Die Römerstraße : Definition und Technik, veröffentlicht am 30/12/2011, URL : roemerstrassen.com/article2.html.

Die Nutzung des Hauptstraßennetzes im römischen Reich erfüllte in erster Linie militärische und erst danach ökonomische Funktionen. Insofern waren die Strassen keineswegs öffentlich. Privatpersonen mussten für ihre Nutzung eine gesonderte Erlaubnis beantragen (evectio, diploma).

 Definition & Technik

Strassen werden auf dieser Webseite wie folgt definiert: im Gegensatz zu Wegen wurden sie geplant, vermessen und konstruiert. Der Baukörper einer römischen Straße stellt eine Ingenieurleistung dar, deren Lebensdauer von der Qualität der Baukonstruktion abhängt (Frostbeständigkeit und Druckfestigkeit hängen vor allem von einer guten Entwässerung ab, verlaufen daher topografisch optimal in Wasserscheidenlage).

 Verkehrsarten

Es entwickelte sich im Bereich des staatlichen Verkehrs zuerst der Staatliche Postdienst (cursus publicus).

Dem Schwerlastverkehr (cursus clabularis) mit 1,8 km pro Stunde stand die Eilpost (cursus velox) mit bis zu 20 km/h gegenüber. Deren Leistung von bis zu 300 km/Tag wurde durch die Literatur festgehalten, als Drusus auf dem Feldzug in Germanien nach einem Unfall im Sterben lag und sein Bruder Tiberius zur Kommandoübergabe von Rom an die Elbe gerufen wurde. Nach 14 Tagen erreichte Tiberius seinen noch lebenden Bruder. Ein weiteres Beispiel: Der Kurier mit der Meldung von der Ermordung des Kaisers Maximinus schaffte 220 km/Tag. Diese Tagesleistung erinnert an den Ponyexpress, den Postdienst in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts in den USA, von Jefferson am Missouri nach Sacramento in Kalifornien; die Leistung war ähnlich: 250km/Tag. Dabei wurden Pferd und Reiter stündlich gewechselt.

 Nachrichtentechnik

Straßenbegleitend waren Signaltürme in sicht- und hörbarem Abstand errichtet, um durch Licht-, Schall- und andere Zeichen parallel zu vielen Römerstrassen Nachrichten zu übermitteln. Auf diesem Weg konnten Botschaften schnell im Umland verbreitet und Gegenmaßnahmen angeordnet werden. Auf den Hochtürmen und der Tomburg bei Rheinbach sowie vielleicht an der Alteburg bei Blankenheimerdorf gab es solche Anlagen. (Beispiel: Hochthürmen bei Kirchsahr, Alteburg bei Blankenheimerdorf. )

Die Preußen haben nach dem Wiener Kongress 1820 - als ihnen das Rheinland zugefallen war - eine ähnliche Nachrichtenorganisation von Berlin über Köln nach Koblenz eingerichtet. Ein solcher denkmalgeschützter Posten existiert noch in Köln-Flittard (equites positi Cäsar) .