Römerstraßen
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Peter zum Kolk

Konstruktion der Römerstraßen

Diesen Text zitieren :
Peter zum Kolk, Konstruktion der Römerstraßen, veröffentlicht am 30/12/2011, URL : roemerstrassen.com/article7.html.

Die Straße - street, estrée, strada - (von lat. sternere = ausbreiten, pflastern, bestreuen) wurde im Unterschied zu Wegen und Pfaden geplant, vermessen und konstruiert.

Die 20 - 30 m breite Trasse wurde, von Grenzgräben begleitet, in drei Zonen aufgeteilt, nämlich eine Fahrbahn und zwei nebenher laufende unbefestigte Bereiche.

Für die Fahrbahn wurden zwei eigene Entwässerungsgräben angelegt, das Erdreich dazwischen mit nichtbindigem Material (Sand, Kies, Gestein) ausgetauscht. oder auch nicht.

Als unterste Schicht wurde die Packlage (mit 0,3 - 0,5 m hochkant gestellten Steinen eingebracht und verzwickt („nichts bewegt sich mehr“). Hierauf folgten nach oben hin grobe und feinere Schichten bis zur Geh- und Fahrschicht. Diese bestand aus einem Kies-/ Sandgemisch mit Lehm- oder Kalkbeimengungen. Alle Schichten wurden lagenweise verdichtet, u.a. mit Steinwalzen (ingenti cylindri).

Um den Aufwand für die Straßenunterhaltung zu minimieren, war die Entwässerung von größter Bedeutung. Die Straßenoberfläche wurde gerundet (bombiert), damit das Regenwasser auf kürzestem Weg zu den Seiten in die Gräben abfloss. Drang trotzdem Wasser durch die Dammschichten, dann konnte es durch Volumenvergrößerung nach unten hin keine Schäden bei Frost anrichten.

Pflaster war teuer und wurde deshalb nur in Siedlungen, in der Nähe von Lagern und bei Steilstrecken gegen Erosion verlegt. Um die Langlebigkeit von Brückenbauwerken nicht zu gefährden, wurde auch das Bachbett im Bereich der Brücke gegen Unterspülung gepflastert.