Römerstraßen
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Peter zum Kolk

Infrastruktur der Römerstraßen

Diesen Text zitieren :
Peter zum Kolk, Infrastruktur der Römerstraßen, veröffentlicht am 30/12/2011, URL : roemerstrassen.com/article8.html.

Meilensteine, Landvermessung und Herbergen

Im Abstand von 1000 Doppelschritten wurde jeweils ein Meilenstein aufgestellt. Er enthielt neben anderen Informationen die Entfernung vom Ziel- oder Ausgangspunkt, sodass man sich die restliche Wegstrecke ausrechnen konnte. Wenn Kreuzungen oder Wegteilungen notwendig wurden, legte man diesen Ort häufig mit einem Meilenstein zusammen - in unseren Wegekreuzen hat sich diese Tradition erhalten. Außerdem gaben sie Informationen zum Bauherrn (Konsul, Kaiser); 1000 Doppelschritte = 1480 m (Centuriation / Beispiel: Köln);

Mit der Lage der Meilensteine ist darüber hinaus die Landvermessung verbunden (Centuriation / Limitation). Diese Aufteilung des Landes ist in Italien und vielen Provinzen noch heute sichtbar – in unserem Raum in Köln, Luxemburgerstraße, nachgewiesen.

Mit dem Ausbau der Straßen hingen Versorgungseinrichtungen zusammen: stationes, tabernae, mansiones, frei übersetzt als Herbergen/Hotels für die zu erwartende Tagesleistung ( 25 mp / 36 km). Je nach Verkehrsdichte waren zwischen den mansiones einfache Herbergen gelegen, mutationes, die als Pferdewechselstationen mit Reparaturservice und Notunterkunft dienten. (Im Gebiet zwischen Bonn und Flerzheim z.B. 10 mp / 15 km, zwischen Flerzheim und Belgica 10 mp / 15 km). Dabei spielte die Leistungsfähigkeit des Pferdes pro Stunde eine große Rolle. (Jünkerath - Bonn 69,5 km mit einer mansion im Bereich des Michelsberg und je einer mutatio im Raum von Blankenheim und Rheinbach (letztere ist bekannt)).

Straßenbegleitend waren Signaltürme in sicht- und hörbarem Abstand errichtet. Auf dem Hochthürmen bei Kirchsahr und der Tomburg bei Rheinbach gab es solche Anlagen.

Für die Sicherheit auf den Straßen sorgten benificiarii; eine solche Polizeistation ist bei Euskirchen-Billig nachgewiesen.